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Fluten-Log
Volker Friebel

 

Archiv Juni 2014

 

 

Montag, 30. Juni 2014

 

Die Augen Unserer Nachrichtensprecherin weiteten sich vor Erstaunen und ja, Freude, als sie das nächste Blatt aufnahm:

„Hintertupfingen. Zur heutigen Parlamentsdebatte erschien hoher Besuch. Die gesamte Fußball -Nationalmannschaft nahm für eine komplette Rede auf der Zuschauertribüne Platz und lauschte offensichtlich hochinteressiert den Ausführungen des Innenministers. Bei der anschließenden Signierstunde für Abgeordnete gaben unsere Jungs Tipps zur Problematik der Inneren Sicherheit und der Armutsbekämpfung.“

 

 

Sonntag, 29. Juni 2014

 

Leere Sonntagsstraße.
Nur der Rosenduft
und ein Regenschirm.

 

 

Samstag, 28. Juni 2014

 

Zwischen Straße und Mauer –
eine Königskerze
sucht ihr Reich.

 

 

Freitag, 27. Juni 2014

 

Glitzender See –
ein Mückenspiel tanzt und tanzt
in den Abend.

 

 

Donnerstag, 26. Juni 2014

 

„Und wenn unter tausend Paaren auch nur eins ist, das sich liebt, so ist es nicht die Ausnahme, sondern die Regel: es gibt das Gesetz an“. (Peter Handke, aus: Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982-1987), Seite 433.)

Weil die Liebe zu den Dingen oder Sachverhalten zählen kann, die eine Natur haben. Dennoch wird es gefährlich sein, so eine Aussage zu verallgemeinern. Die Natur mag sich ändern wollen.

 

***

 

Unter der Brücke –
die Bachforelle lauscht
der Landstraßenmusik.

 

Blaue Blumen –
ein Schmetterling
spielt mit dem Wind.

 

 

Mittwoch, 25. Juni 2014

 

Käpt'n Cho strich sich über die Schnurrhaare: „Wenn dir einer dauernd sagt, wie frei er ist, nimm besser das Gegenteil an. Und so steht es wohl mit allen übertrieben festen Behauptungen.“

 

 

Dienstag, 24. Juni 2014

 

Politisch unkorrekt –
nach den Nachrichten
der Amseljubel.

 

 

Montag, 23. Juni 2014

 

Regenrauschen.
Das Rauschen
des Rechners.

 

 

Sonntag, 22. Juni 2014

 

Dem Federball nachschauen –
ein Vogel
trägt den Blick weiter.

 

 

Samstag, 21. Juni 2014

 

„Und wer gewinnt das heutige Spiel?“, fragte die Moderatorin den Fußball-Veteranen.

„Was glaubst denn du, Püppchen?“, entgegnete der.

„Wenn das Spiel nicht unentschieden ausgeht“, überlegte die Moderatorin, „gewinnen entweder die Jungs aus Deutschland oder die aus Ghana – würde ich sagen. Auf jeden Fall aber hoffe ich, dass der Zuschauer gewinnt!“, setzte sie mit einem schmelzenden Lächeln dazu.

„Kann man den Mist nicht abstellen?“, stöhnte Konrad.

„Das ist ein nach psychologischen Erkenntnissen eingerichtetes Untersuchungsgefängnis“, behauptete Käpt'n Cho, „da lässt sich nichts abstellen. In drei Tagen gestehen wir alles.“

„Freiheit!“, brüllte Konrad und hämmerte gegen die Zellentür.

Ein Fenster öffnete sich und die Augen einer Krähe stachen in den winzigen Raum.

„Der Fernseher ist ein hart ausgehandelter Kompromiss zwischen der Anti-Folter-Liga und der Gewerkschaft der Vernehmungsbeamten“, krächzte der Vogel. „Er wird nicht abgeschaltet. Wenn ihr etwas zu gestehen habt, gesteht!“

„Wir werden abgehört!“, zischte Konrad Käpt'n Cho zu.

„Selbstverständlich“, krächzte die Krähe, „es wäre doch jammerschade, etwas zu verpassen, wenn sich einer schweren Herzens zur Wahrheit entschließt.“

Konrad schlug mit der Stirn gegen die Tür. Käpt'n Cho aber lachte.

 

 

Freitag, 20. Juni 2014

 

Computerrauschen.
Die Freiheit im Schatten
der Unfreiheit

 

***

 

Als Jugendlicher habe ich eine Geschichte gelesen, ich glaube, es war in einem Terra-Heft, eine Anthologie, Autor und Titel der Geschichte unbekannt.

Es beginnt mit einem Schachspiel: Psychiater und Patient. Der Patient berichtet, dass ihm etwas aufgefallen sei, als er, bei strahlendem Sonnenschein, nochmal ins Haus zurückging – und das Fenster dort war schwarz vor Wolken. Sie spielen, reden hin und her. Zwischenszene, der Patient schläft – und träumt – dass er jetzt alles wisse und diese Leute in ihre Schranken verweisen werde, sobald er erwache ... Als er erwacht, hat er alles vergessen. Seine Frau besucht ihn in der Psychiatrie. Er redet sehr vorsichtig. Die Frau redet mit dem Psychiater. Sie kommen zum Schluss, dass er ausbrechen werde. Sie beschließen, New York abzubauen und die Gegend entlang seiner vorausberechneten Fluchtroute herzurichten.

Eine Geschichte wahrscheinlich in der Tradition von Simulacron 3 (Welt am Draht) von Daniel F. Galouye 1964 veröffentlicht, das auch von Fassbinder verfimt wurde. Sie verfolgt mich. Vielleicht kennt jemand Autor und Geschichte und kann mir das mitteilen.

 

 

Donnerstag, 19. Juni 2014

 

„Berlin: Professor Hinkelnase vom astrophysikalischen Institut teilte auf einer Pressekonferenz bei Kaffee und Butterbrezeln das von ihm errechnete Datum des Weltuntergangs mit. Er ist am Dienstag, dem 17. Juni 2014, genau um 10:27 Uhr.“

Unsere Nachrichtensprecherin blinzelte in die Kamera.

„Also vorgestern. Mehrere Kollegen bestätigten die Richtigkeit seiner Vorhersage.

Auf die Nachfrage, wieso die Welt dann augenscheinlich noch bestehe, meinte er, die Fehlerhaftigkeit unserer Wahrnehmung und unseres Empfindens sei hinlänglich nachgewiesen und die Welt existiere nach seinen exakten physikalischen Berechnungen höchstens noch in unserer Einbildung.

Überhaupt zeuge ein solcher Einwand von einem derart hohen Maß an wissenschaftlicher Ignoranz, dass diese geeignet sei, auch das stärkste Universum untergehen zu lassen.“

Die Nachrichtensprecherin blinzelte und setzte hinzu: „Ich begrüße uns alle also in diesem neuen Universum und hoffe, es wird genauso super wie das letzte!“

Dann nahm sie ein neues Blatt auf.

 

„Der Großwesir von Ninivien ließ mitteilen, dass sich verschiedene geistesgestörte Amokläufer zusammengeschlossen hätten und nun schwerbewaffnet in mehreren Heeressäulen Richtung Hauptstadt marschieren. Eine eilig zusammengerufene Konferenz des psychiatrischen Instituts empfahl als Behandlungsmaßnahme den Einsatz von Marschflugkörpern. Erfahrungen von Gesundheitsbehörden der westlichen Regime würden dazu eine Heilungsrate von bis zu 100 Prozent anführen können. Ein Problem sei allerdings noch, dass bisher jeder Behandlungserfolg zu einem Anstieg des Ausbruchsrisikos in anderen Gegenden geführt habe.

 

Nochmals Berlin: Der Finanzminister teilte mit, dass der beispiellose Erfolg der Wirtschaftspolitik seiner Parteienkoalition zu solch sensationellen Steuermehreinnahmen geführt habe, dass der Staat zum ersten Mal seit Jahrzehnten keine neuen Schulden mehr machen müsse.

Jedenfalls technisch.

Tatsächlich würden die Schulden trotzdem zunehmen. Aber nur, weil sie das so gewohnt seien und es ohnehin in ihrer Natur läge, für die niemand etwas könne, auch er nicht.“

 

 

Mittwoch, 18. Juni 2014

 

Waldwiese.
Sternstrahlen enden nach Lichtjahren
hier.

 

 

Dienstag, 17. Juni 2014

 

Ob die Grille weiß,
dass sie im Lautertal zirpt?
Kuhschwanzwedeln.

 

Abenddämmern.
Das Reh sieht mich und kann nicht lassen
vom satten Gras.

 

 

2014-06-16 15-11-32 0663 Landschaft Truppenübungsplatz Münsingen Gruorn 400x300Montag, 16. Juni 2014

 

Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen auf der Alb. Der Weg zur Wüstung Gruorn ist frei. Links und rechts warnen Schilder: „Lebensgefahr – Das gesamte Gelände ist mit Munition und sonstigen Kampfmitteln belastet“. Die Schafe wissen nichts davon. Nur noch die Kirche und das Schulhaus stehen. Die anderen Gebäude dienten dem Häuserkampf als Kulissen. Sie wurden, zerschossen, nach und nach abgerissen. Wir betrachten den Himmel.

 

Truppenübungsplatz –
die Gräser wilder
als irgendwo.

 

Verschrottete Panzer.
Nun wächst hier wieder
die Wilde Möhre.

 

Friedhof Gruorn.
Verwitterte Grabsteine
und Schmetterlinge.

 

 

Sonntag, 15. Juni 2014

 

Rosenmorgen –
ein Blatt taumelt durch
den eigenen Duft.

 

 

Samstag, 14. Juni 2014

 

Jasmin –
die fallende Blüte umbrandet
vom Amsellied.

 

 

Freitag, 13. Juni 2014

 

Steinquader –
in den Himmel quellendes
Blau.

 

 

Donnerstag, 12. Juni 2014

 

Freibier-TV: Die Nachrichten des Tages.

 

Unsere Nachrichtensprecherin droht mit dem Finger: „Ene mene mu und raus bist du!“ Ihr Finger sticht an die Kameralinse.

„Liebe Sesselreiter, weshalb glaubt ihr eigentlich, erzähle ich den lieben langen Tag diesen Mist! Wir müssen in Übereinstimmung bleiben, wir müssen mitschwimmen, rittklimmen, schrittbrimmen, littstimmen! Die Gedanken dabei dürfen durchaus verschieden sein – was liegt schon an Gedanken! Aber bitte, sagt sie nicht weiter!“

Sie schmettert ihren Stapel Blätter auf den Tisch.

„Alle stammen wir doch aus demselben Gelege! Ein Hoch der Henne!“

Sie wirft die Arme nach oben.

Als sie zu gackern beginnt, auf den Tisch springt und tanzt, stellt der eine Kameramann auf Nahaufnahme. Der andere führt die Kamera auf das Emblem der Freibier-Medien-AG.

Der verantwortliche Redakteur wählt die Nahaufnahme. „Das lieben die Leute“, seufzt er.

 

 

Mittwoch, 11. Juni 2014

 

Gewittergrollen!
Rasch vom Holunder pflücken,
Dolde um Dolde ...

 

 

Dienstag, 10. Juni 2014

 

„Ganz gleich, welche Partei gewinnt, wir sind auf jeden Fall erledigt“, brummte Konrad.

„Warten wir's ab“, entgegnete Käpt'n Cho.

Sie machten es sich hinter dem Verteilerkasten gemütlich.

„Weshalb nennst du dich eigentlich eine Edelratte?“, fragte Konrad. „Du bist für eine Ratte recht groß, ja ...“

„Eigentlich sind geistige Qualitäten gemeint“, berichtigte Käpt'n Cho und streckte die magere Brust vor.

„Bescheidenheit etwa und ...“, Konrad gelang ein Grinsen.

„Und einen Riesenwuchs der moralischen und intellektuellen Fähigkeiten“, grinste Käpt'n Cho zurück. „So habe ich einen Universitätsabschluss in Philosophie.“

„Philosophie für eine Ratte?“

„Promoviert habe ich über das Verhältnis von Friedrich Nietzsche zu Jesus Christus“, säuselte Käpt'n Cho. „In meiner Disputation verteidigte ich übrigens Christus.“

„Ich glaube, wir können dann mal“, sagte er und erhob sich.

Die Schießerei vor ihnen hatte aufgehört. Auch Konrad begab sich vorsichtig aus der Deckung. Vor dem Artefakt lagen einige Leichen. Der letzte Kämpfer hatte es schwerverletzt bis knapp vor den Altar geschafft. Käpt'n Cho durchstieß ihm mit einem schnellen Stoß seines Degens mitleidsvoll das Herz. Er zerschlug die Vitrine und drückte auf den roten Knopf. Vor ihnen öffnete sich der Boden und eine Plattform glitt in die Höhe. Knirschend rastete sie ein.

„Wer hätte das gedacht“, sagte Käpt'n Cho, „der heilige Quolch ist ein Raumschiff!“

Wenig später hoben sie ab.

 

 

Montag, 9. Juni 2014

 

Kirche im Freien zu Pfingsten.
Die Liebste sitzt unter dem Schattenbaum.
Immer noch mehr Gläubige strömen
dem Kreuz zu, ihre Blechkarossen abgestellt
in das Schweigen des Himmels.

Mein Platz ist fernab, bei den Feldern,
inmitten der wahren Gläubigkeit
dieser Ähren im Licht, an der Heiligkeit
des verblühten Rapses, am Löwenzahn
in der Wegspur, mitten im blühenden Klee,
unter dem blauen Tuch
unseres gemeinsamen Himmels.

Blechbläser wehen von den Mauern herüber,
vertiefen den Schatten.

Im fröhlichen Pfeifen der Spatzen
ist alle Welt schon erlöst.

 

 

Sonntag, 8. Juni 2014

 

Freibier-TV: Die Nachrichten des Tages.

 

„Vom Planeten Daodu erreichen uns wieder einmal freudige Nachrichten.“

Unsere Nachrichtensprecherin lächelt ihr Blatt an.

„Nachdem dort erst neulich wieder die Erb-Monarchie eingeführt worden ist, erweiterte eine Volksabstimmung die Erblichkeit nun auf alle Regierungsposten.“

Die Sprecherin blickt auf und lacht in die Kamera.

„Die glauben dort nämlich, dass die Politischen besser arbeiten würden, wenn sie sich nicht mehr um ihre Posten sorgen müssen.“

Sie kneift kurz die Augen zusammen, dann geht ihr Blick zurück auf das Blatt.

„Außerdem sind künftig alle Ministerämter, wie schon das Königsamt, ausschließlich von den Bergen und Seen des Landes einzunehmen.

Eine Abstimmung, alle Staatsangestellten durch Bäume zu ersetzen, wurde dagegen nach kontroverser Diskussion auf die großen Ferien verschoben.

König Matterhorn der Erste stimmte den Beschlüssen des Volkes durch Schweigen zu.“

 

 

Samstag, 7. Juni 2014

 

Heckenrosen!
Ein Blütenblatt fällt
in das Kreidehaus.

Hinter den Scheiben flimmert jetzt womöglich das Sandmännchen.

Vor der heruntergekommenen Stadtvilla daneben stehen Altenbetreuung und Rettungswagen. Die Haustür ist einen Spalt weit offen.

 

 

Freitag, 6. Juni 2014

 

„Der Mensch ist immer freier, als man gewöhnlich meint. Er hängt weitgehend vom Milieu ab, aber nicht so sehr, wie er selbst sich ihm zum Sklaven macht.“

Sie schlug das Buch zu. Und dachte nicht an Politik, sondern an eine lang vergangene Zeit. Und fragte sich, ob wohl die Bequemlichkeit oder die Angst mehr für die beunruhigende Geradlinigkeit ihres Lebens verantwortlich gewesen waren. Jedenfalls etwas, das man nicht bemerkt. Also doch eher die Bequemlichkeit.

Es ist ja nicht so, dass wir an Fäden gezogen werden. Wir suchen selbst nach den Strömungen des Windes. Es ist die einfachste Form der Bewegung. Aber das Herz schlägt anders.

 

Das Zitat stammt von Alexander Herzen: Briefe aus dem Westen, Vom andern Ufer, VIII. Omnia mea mecum porto. Paris den 3. April 1850

 

 

Donnerstag, 5. Juni 2014

 

„Käpt'n Cho, was hältst du eigentlich vom Leben?“, seufzte Konrad.

„Manchmal gibt es reichlich zu nagen und manchmal weniger“, meinte sein Gefährte und strich sich über die Schnurrhaare.

„Ist das alles?“, setzte Konrad nach.

„Manchmal schmeckt es und manchmal nicht.“

„Ich versuche gerade, mich mit dir über Philosophie zu unterhalten“, insistierte Konrad. „Was Philosophie ist, weißt du doch auch, oder?“

„Philosophie ist, wenn einer meint, voranzukommen, ohne wirklich zu gehen“, behauptete Käpt'n Cho, griff sich sein Bündel und sie erhoben sich.

 

 

2014-06-04 13-17-26 0520 Lichtenstein 300x400

Mittwoch, 4. Juni 2014

 

Aus einer Wanderung von Honau-Traifelberg über Alt -Lichtenstein (angeblich bekannt durch den Roman von Wilhelm Hauff, den ich nie gelesen habe), Lichtenstein (von einem Bewunderer des Romans erbaut, ein Foto rechts), Nebelhöhle und Won am Albtrauf entlang nach Pfullingen. Immer wieder fiel Regen. Nie würde man hinausgehen, wenn man das vorher wüsste. Doch wird einer davon überrascht, ist es schön.

 

Um Vogelpfiffe
entsteht die Tiefe des Waldes.
Wind weht.

 

Burgruine.
Das Mädchen im alten Gewand
hält eine Kerze.

Die junge Frau posierte im Tordurchgang für Fotoaufnahmen, ich zog mich zurück.

 

2014-06-04 13-43-16 0527 Landschaft Wanderung Honau Traifelberg - Pfullingen 400x300Vom Wiesen-Storchschnabel
färbt Blau ab.
Ein Blütenblatt fällt.

 

Waldmeisterduft.
Ein Buchfink fächert
den Himmel auf.

 

Zwischen Mondviolen
ein Pfad. Aus dem Abgrund
schweigen Bäume.

 

Dem Regen lauschen ...
Zwischen die Tropfen mengt sich
ein Amsellied.

 

Die Wege der Bienen
und unsere –
Wiesensalbei.

 

Erste Kirschen.
Ein roter Schirm durchpflügt
das Gräsermeer.

 

Holunderdolden.
Stück um Stück verschwindet
in der Tasche der Liebsten.

 

 

Dienstag, 3. Juni 2014

 

Freibier-TV: Die Nachrichten des Tages.

Die Sprecherin hebt mühsam den Blick vom Blatt und lächelt in die Kamera.

„Liebe Vögelchen, die letzte Grundsatzrede Unseres Führers vor der Militärakademie in West Point wird noch immer nicht kommentiert. Ihr Sender hat heute aber ein Rotkehlchen belauscht, das sich ausführlich mit allen Weltentwürfen beschäftigt – und das wollen wir Ihnen nicht vorenthalten! Es entschädigt nicht nur für Ihn selbst, sondern für alle Politiker dieser missratenen Welt. Denn natürlich: Wir alle wissen von gar nichts.“

Die Zähne der Nachrichtensprecherin verblassen und wirklich, ein Rotkehlchen taucht auf dem Schirm auf. Es pfeift in die Weite, es lauscht, es pfeift eine neue Strophe und jetzt, gerade jetzt, wendet es sich ganz Ihrer Kamera zu ...

 

 

Montag, 2. Juni 2014

 

Am Abend der weite Raum
unter Wolken.
Amseljubel.

 

 

Sonntag, 1. Juni 2014

 

Geburtshauseröffnung.
Ein Kind
balanciert seinen Luftballon.

 

 

 

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