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Fluten-Log
Volker Friebel

 

 

Archiv Januar 2016

 

 

Sonntag, 31. Januar 2016

 

Vom Himmel zurück
auf die Gleise –
zu den Wolken hochschauen.

    Zugfahrt Frankfurt Flughafen – Tübingen

 

Aus der schwülen Hitze von Buenos Aires über Sao Paulo durch den Himmel nach Schwaben zurück. Das Herz will dieses und jenes. Im Dazwischen aber wird es ganz weit und spürt sich selbst.

 

 

Samstag, 30. Januar 2016

 

Geschlossene Fläche
der Wolken. Die Luft wird dünner,
im Himmel.

    Flug Buenos Aires – Sao Paulo

 

 

Freitag, 29. Januar 2016

 

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Letzte Jacaranda-Blüten im Baum, Buenos Aires

 

 

Donnerstag, 28. Januar 2016

 

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Mittwoch, 27. Januar 2016

 

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Pinguin-Insel im Beagle-Kanal bei Ushuaia, Feuerland, Argentinien

 

 

Dienstag, 26. Januar 2016

 

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Pferdekopf-Ölpumpe auf Feuerland bei Ushuaia, Argentinien

 

 

Montag, 25. Januar 2016

 

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an der Magellan-Straße bei Punta Arenas, Chile

 

 

Sonntag, 24. Januar 2016

 

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Fjord der letzten Hoffnung, Chile

 

 

Samstag, 23. Januar 2016

 

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Kondor vor den Torres del Paine, Chile

 

 

Freitag, 22. Januar 2016

 

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Chilenische Pampa nahe Torres del Paine

 

 

Donnerstag, 21. Januar 2016

 

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Spegazzini-Gletscher bei Calafate, Argentinien

 

 

Mittwoch, 20. Januar 2016

 

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Perito-Moreno-Gletscher bei Calafate, Argentinien

 

 

Dienstag, 19. Januar 2016

 

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bei Calafate, Argentinien

 

 

Montag, 18. Januar 2016

 

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Morgen auf der Estanzia La Angostura, Argentinien

 

 

Sonntag, 17. Januar 2016

 

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Magellan-Gans bei der Estanzia La Angostura, Argentinien

 

 

Samstag, 16. Januar 2016

 

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Busfahrt am Lago General Carreras nach Chile Chico, Chile

 

 

Freitag, 15. Januar 2016

 

Ortsfest an den Schnellen der weiße Schaum des Wassers. Eine Schotterstraße, die verbreitert und asphaltiert werden soll. Viele Baustellen mit einspurigem Verkehr. Staub, so viel Staub!

Die Flüsse und Seen sind schön. Die Wälder und Berge sind schön. Die Lupinen sind schön. Auch die vielen toten Baumstämme, teils liegen sie, teils stehen sie noch, Opfer des letzten Ausbruchs des Cerro Hudson, sind schön. Blumen stehen vertrauensvoll in die Unendlichkeit.

Wir kommen langsam voran. Wo wollen wir hin? Wir wollen an das Ende der Welt.

 

Eine Staubwolke
auf der Straße nach Süden.
Wir träumen noch.

 

 

Donnerstag, 14. Januar 2016

 

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ein Gletscher in den Anden, unterwegs vom Puyuhuapi-Fjord nach Coihaique, Chile

 

 

Mittwoch, 13. Januar 2016

 

Wellen des Fjords
bringen die Steine zum Klingen.
Schneegipfel.

    am Puyuhuapi-Fjord, Patagonien, Chile

 

 

Dienstag, 12. Januar 2016

 

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Schnellen im Regenwald.
Auf einem Stein sitzt ein Vogel,
mitten im Klang.

    am Fluss bei der Therme El Amarillo, Chile

 

 

Montag, 11. Januar 2016

 

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Puerto Montt –
anbrandender Pazifik ...
Mein Kaffee schwappt.

 

 

Sonntag, 10. Januar 2016

 

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Vulkan Osorno, am Llanquihue-See, Chile

 

 

Samstag, 9. Januar 2016

 

Vor Morgendämmern. Ein Hahn kräht. Grillen zirpen ins Rauschen des Salto de Lajas. Die Pfauen auf dem Wellblechdach und in ihren Schlafbäumen schweigen, unsichtbar geworden vor der Gewalt des Schwarz. Meine Seele schwebt noch wie zwischen dem Traum und einem weiteren Traum, gehoben irgendwie vom Klang des stürzenden Wassers. Was ist Traum? Was ist Wirklichkeit? Es heißt, unsere Wirklichkeit sei nur ein weiterer Traum, um leben zu können. In der wirklichen Wirklichkeit gäbe es das alles nicht. Auch nicht diese ersten Autos, die schon über die Brücke fahren, auch nicht die beim Erscheinen der Sonne anschlagenden Hunde.

Vogelschreie.
In der Morgendämmerung
erwachende Wolken.

 

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Freitag, 8. Januar 2016

 

Großstadtlärm.
Unser Hotelzimmer grenzt
an den Himmel.

Der Himmel ist voll Smog. Das Morgenlicht kommt schmutzig aus ihm hervor. Die Anden sind dahinter verborgen.

    Santiago de Chile

 

 

Donnerstag, 7. Januar 2016

 

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Das Foto zeigt die Anden, aufgenommen auf einem Flug von Madrid nach Santiago de Chile.

 

 

Mittwoch, 6. Januar 2016

 

Passkontrolle!
Angehalten auf dem Weg
in den Himmel.

 

 

Dienstag, 5. Januar 2016

 

„Das ist ein Flugzeug“, piept Karl und zuckt mit den Flügeln.

„Ich weiß“, piept Anton.

„Da sitzen viele Menschen drin und fliegen“, piept Karl.

„Ich weiß“, piept Anton.

„Aber weißt du auch, wie sie fliegen?“, fragt Karl spitz.

„Das weiß ich nicht“, entgegnet Anton zerstreut und späht umher, ob er irgendwo noch ein Mücklein entdecken kann, gerne weit unter dem Flugzeugschweif.

„Die wandern erst alle durch eine Tür in den Bauch des Flugzeugs hinein“, holt Karl aus. „Und wenn sie drinnen sind, schnallen sie sich an, damit sie alle fest mit dem Flugzeug verbunden sind, wegen der Kraftübertragung. Über Kraftübertragung habe ich nämlich neulich eine Wissenssendung gesehen.“

„Ach ja?“, piept Anton aufs Geradewohl, weil er gerade meint, ein Mücklein entdeckt zu haben – aber es war dann doch nur eine Flocke.

„Und dann – alle gleichzeitig! – beginnen sie mit den Armen zu wedeln – und das Flugzeug hebt ab!“

„So ein Quatsch!“, meint Anton, ärgerlich über die fehlenden Mücken. „Hast du schon mal einen Menschen im Dorf fliegen sehen? Und wenn es einer nicht schafft, dann schaffen es hundert erst recht nicht!“

„Da hat er ein Flugzeug vor Augen und glaubt es trotzdem nicht!“, ereifert sich Karl, obwohl Anton gerade ganz wo anders hinsieht, aber nicht auf das Flugzeug. „Wie soll es denn sonst funktionieren? Die wahrscheinlichste Hypothese ist die Wahrheit!“

„Und woher weißt du, dass das die wahrscheinlichste Hypothese ist?“, fragt Anton.

„Weil es meine Hypothese ist!“ Karl nickt so heftig mit dem Schnabel, dass er fast vom Scheunendach gefallen wäre.

Doch Anton, sei es, dass er endlich doch noch ein Mücklein entdeckt hat, sei es, dass er das Gespräch einfach leid ist, gönnt ihm den Triumpf nicht und springt in den Himmel.

Karl sieht ihm nach, wie er mit den Flügeln blitzschnell wendet und hinter dem Scheunendach verschwindet. „Aber im Einzelflug sind wir die besten!“, meint er. Und stürzt ihm nach.

 

 

Montag, 4. Januar 2016

 

Aus Sänge der Horden

Im siebten Stock die weißen Wände,
die Heizung knackt, Schnee treibt ums Haus,
ein Pizzarest, tanzende Hände,
sie bauen einen Veilchenstrauß,
da, auf dem Schirm! Dort gibt es Hänge,
und Gipfel, Meere, dich und mich.
Durch weiten Raum Siliziumsänge,
und in der Leere stumm das Ich.

Sänge der Horden von Anbeginn ...

 

    Aus: Volker Friebel (2008): Brunnensteine. Gedichte und Haiku. Zweite Ausgabe. Tübingen: Edition Blaue Felder.

 

 

Sonntag, 3. Januar 2016

 

„Ach, weißt du, Grille“, wendet sich Prinz Vogelfrei an seinen Hofmeister, „noch niemals wurde ein König frei genannt. Kühn, ja, prächtig, ja, grausam, ja, kahl, ja, groß, ja – nie aber frei. Wer frei sein möchte, darf nichts regieren – außer sich selbst. Woran das auch liegen mag – mit dieser Aussicht durchstreife ich statt König zu werden doch lieber auf ewig mein ewig zukünftiges Reich.“

„Sind die Vögel frei, die am Thron des Königs ihr Essen picken?“, entgegnet Ratgeber Eule, denn sie hat neulich gelesen, die gemütlichste Art weise zu sein, bestände im Fragen.

Prinz Vogelfrei aber antwortet nicht, sondern schreitet singend weiter, in das Vogelgezwitscher des Bergwalds hinein.

 

 

Samstag, 2. Januar 2016

 

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Freitag, 1. Januar 2016

 

Aus Nebelfahrt

7

Was ist der Mensch? Mathematisch betrachtet ein Affe
mit explodierenden Freiheitsgraden –
der sich müht, die Unbekannten alle zu ersetzen,

durch Kühlschränke, Bierkisten, getürmte Höhlen,
Versicherungsscheine, Aktiendepots, bis er alles hat
und wieder gehen kann, woher er kam.

Aber schon Affen träumen zuviel.
Das Meer hat seine Anziehungskraft nie verloren,
etwas im Menschen will ganz zurück,

an die Unterseite einer Koralle etwa,
als ein Zellverband, aus der eine Einheit
sich löst und davontreibt.

 

 

 

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